Charakteristik der Clusterforschung

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EDA-Clusterforschungsprojekte sind vom BMBF geförderte Projekte, in denen Hochschulen und Forschungs­einrichtungen mit industrieller Patenschaft und Unterstützung an zukunftsweisenden EDA-Forschungsthemen arbeiten. Das Ziel ist die Erforschung von Methoden, die durch herausragende Innovationen den Entwurf elektronischer Systeme von Morgen in Deutschland ermöglichen. Viele Branchen wie Energietechnik, Automobilelektronik, Medizintechnik und Industrieautomatisierung profitieren von den Ergebnissen durch höhere Produktivität, kürzere Entwicklungszeiten und neue Methoden, die innovative Produkte erst möglich machen.

Bei der EDA-Clusterforschung finanzieren das BMBF und ein Industriekonsortium gemeinsam die Arbeit eines bundesweiten Forscherteams, das von unabhängigen Experten zusammengestellt wird. Die Forscher werden vom BMBF und diesem Industriekonsortium sowohl während der Projektvorbereitung als auch während der Projekt­durch­führung fachlich begleitet, was die Anwendungsrelevanz der Forschungsarbeiten sichert und gleichzeitig den Transfer der Ergebnisse in die Industrie vorbereitet.

Von der Basis- zur Clusterforschung

Forschungseinrichtungen arbeiten an zukunftsweisenden EDAForschungsthemen
mit industrieller Unterstützung mit dem Ziel, Methoden zu erforschen, die in 5-10 Jahren zum industriellen Einsatz kommen können.
Zum Start des edacentrum als Basisforschung an deutschen Hochschulen zur Stärkung der EDA-Kompetenz aufgelegt, etablierte sich die im Jahr 2004 in „Innovationsorientierte
EDA-Clusterforschung“ umbenannte Initiative in kürzester Zeit zu einem bedeutenden Instrument in der deutschen EDAForschungslandschaft.

„Nicht reden – sondern handeln“, genau dieser Grundsatz wurde umgesetzt, als das neue Konzept der EDA-Clusterforschung von der deutschen Mikroelektronikindustrie und dem BMBF gemeinsam auf den Weg gebracht wurde. Endlich konnten an den Hochschulen Freiräume geschaffen werden, so dass deren Forscher auch unkonventionelle Ansätze verfolgen konnten.

Projektziele

Ziel der Clusterforschungsprojekte ist die Erarbeitung wissenschaftlicher Spitzenergebnisse, die durch die Überführung in die Praxis entweder durch anwendungsorientierte F&E-Projekte oder durch die Forschungsabteilungen der EDA-Industrie weiterverwertet werden.

Prof. Erich Barke ist von der Möglichkeit, die dadurch den Hochschulen geboten werden, begeistert:
„Die EDA-Clusterforschung ist ein Glücksfall für Hochschulen und Industrie. Die Forschung kann an praktisch relevanten Themen arbeiten, für die das Tagesgeschäft der Industrie meistens keinen Raum lässt. Durch die enge Begleitung der Projekte durch die Industrie kommen die Ergebnisse der Hochschulforschung bereits mittelfristig zum Einsatz. Und ein wunderbarer Nebeneffekt ist, dass die Hochschulen damit genau die Ingenieure ausbilden, die die Industrie in fünf Jahren benötigt.”
Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident Universität Hannover
 
Die Forschungsinitiative zielt insbesondere darauf ab, solche EDA-Bereiche zu stärken, die in Deutschland von herausragender Bedeutung sind. Mit der Forschung und Entwicklung
von neuer EDA-Software und der dazugehörigen Methodik entstehen Synergien für Lehre, Forschung, EDA-Hersteller und EDA-Anwender. Clusterforschungsprojekte werden so zu einem Schlüsselinstrument, um in Zukunft die Produktivität der Schaltungsentwicklung
zu erhöhen.

Historie

Nach Ende der Projektlaufzeit kommen die Ergebnisse der Industrie, Forschung und Ausbildung zugute oder werden in neuen Kooperationen weitergeführt, die die erfolgversprechenden Ansätze ggf. noch weiter vervollständigen, um eine industrielle
Anwendung zu ermöglichen. Neben industriellen EDA-Werkzeugen und -Flows wird hier auch die Ausbildung eine wichtige Rolle spielen, um die Ingenieure auf die neue Arbeitsmethodik vorzubereiten.

Das edacentrum hat seit 2002 mit der Themenfindung für das erste Projekt (SAMS) die Clusterforschung koordiniert. Das Projekt startete im November 2003 mit seiner Forschung über eine Laufzeit von drei Jahren. Das zweite Clusterforschungsprojekt FEST startete im Juli 2004, gefolgt von AIS (2006), ROBUST (2009), NEEDS (2010) und ANCONA (2014).

Bisher wurden fünf Clusterforschungsprojekte gestartet

Industrieunterstützung und F&E-Projekte

Eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der Clusterforschungsprojekte ist eine enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern. In den knapp zehn Jahren erfolgreicher Clusterforschungsprojekte haben Industrieunternehmen finanziell die Clusterforschung
unterstützt. Die Ergebnisse aus den Clusterforschungsprojekten wurden oftmals sehr erfolgreich als Basis für neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte verwendet und die
Arbeiten in Industrieprojekten bis hin zur Anwendung erfolgreich fortgeführt.

Kooperationen und Verwertung der Clusterforschungsprojekte.

Kooperationen und Verwertung der Clusterforschungsprojekte.

Aus den erarbeiteten Grundlagen der Clusterforschungsprojekte SAMS und FEST wurden die industriegeführten F&E-Projekte SYENA und HERKULES gebildet und die Ergebnisse in die industrielle Anwendung überführt.

Aus SAMS wurde SYENA.

Aus SAMS wurde SYENA.

Aus FEST wurde HERKULES.

Aus FEST wurde HERKULES.

Andere Clusterforschungsprojekte haben zu Industrieprojekten geführt bzw. solche sind in Vorbereitung.

Erfolgsmodell Clusterforschung

Die Clusterforschung hat sich in der deutschen EDA-Forschungslandschaft als bedeutendes Instrument etabliert. Nicht nur, dass Universitäten Freiräume geschaffen werden, Forschung frei von finanziellen Zwängen nachzugehen – auch die Industrie profitiert enorm von den Arbeiten der Forschungspartner. So ist es auch kein Wunder, dass regelmäßig Forschungseinrichtungen als Partner in industriegeführte F&E-Projekte integriert werden, da diese in der Clusterforschung Kompetenzen aufgebaut und unter Beweis gestellt haben.